Zuchtrichtlinien

Zuchtrichtlinien des Huder Katzenverein e.V.
Stand 07/2012

Die Zucht-und Haltungsrichtlinien des Huder Katzenverein e.V. sind für jedes Mitglied bindend.

 

1. Haltungsrichtlinien
Das jeweils gültige Tierschutzgesetz mit seinen Ausführungsbestimmungen ist im Sinne einer Mindestanforderung für alle Mitglieder bindend.

1.2 Lebensraum
Die Mitglieder sind verpflichtet, grundsätzlich in Wohngemeinschaft mit ihren Katzen zu leben. Für jedes, ab dem 10.Lebensmonat gehaltene Tier, ist ein Lebensraumminimum von 5 qm als Richtmaß einzuhalten. Käfighaltung in jeder Form und ausschließende Zwingerhaltung sind verboten. Im Zuwiderhandlungsfalle hat der Ausschluss aus dem HKV e.V. zu erfolgen. Auch Deckkater dürfen nicht völlig isoliert gehalten werden. Ihnen ist Menschenkontakt zu ermöglichen und gegebenenfalls ein kastriertes Tier zur Gesellschaft beizugeben u/o Sichtkontakt zu anderen Katzen zu ermöglichen. Bei vorübergehender notwendiger Deckkater-Separierung oder medizinisch erforderlicher Isolierung einzelner Tiere ist darauf zu achten, dass jedem Tier ein Lebensraum von 5 qm bei mindestens 2 m Höhe zur Verfügung steht. Der Raum muss sauber, gut beheizbar, mit Tageslicht und Frischluftzufuhr versehen sein. Es müssen ausreichend Toiletten sowie Liege- und Kratzmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Auf tierärztliche Anordnung ist eine vorübergehende Unterbringung in einem Quarantänekäfig möglich.

1.3 Pflege und Ernährung
Die Tiere sind artgerecht und Abwechslungsreich zu ernähren. Die Futtermenge richtet sich nach der Körperkonstitution. Unterernährung und Übergewicht sind zu vermeiden. Den besonderen Ernährungsbedürfnissen von tragenden und säugenden Katzen, sowie Jungtieren, ist Rechnung zu tragen.

1.4 Körperliche Eingriffe
Katzen beiderlei Geschlechtes, mit denen nicht gezüchtet wird, sollten im entsprechenden Alter sterilisiert oder kastriert werden. Künstliche Veränderungen kosmetischer Art und die Amputation der Krallen sowie sonstige Eingriffe sind verboten. Im Zuwiderhandlungsfalle hat der Ausschluss aus dem HKV e.V. zu erfolgen.

1.5 Krankheiten
Im Falle auftretender Krankheiten sind die Mitglieder verpflichtet, einen Tierarzt zu konsultieren. Alle infektiösen Krankheiten, wie z.B. Katzenseuche, Katzenschnupfen, Tollwut, Hautpilzerkrankungen, sind dem Zuchtbuchamt des HKV e.V. umgehend anzuzeigen. Auf Antrag des Zuchtamtes kann der erste Vorsitzende des HKV e.V. eine sofortige Zwingersperre verfügen. Diese gilt solange, bis durch ein tierärztliches Attest nachgewiesen wird, dass der gesamte Tierbestand frei ist von jeder übertragbaren Krankheit. Während der Dauer der Zwingersperre darf der Tierhalter keine Ausstellungen oder Info-Shows besuchen, keine Katzen zum Decken annehmen oder weggeben und keine Tiere abgeben oder verkaufen. Die zuständigen Verbandsorgane sind verpflichtet, alle Angaben streng vertraulich zu behandeln.

1.6 Impfungen
Jedes Tier ist regelmäßig gegen Katzenseuche zu impfen. Weitere Schutzimpfungen gegen Katzenschnupfen und Tollwut werden empfohlen. Die Tollwut- und Katzenseuche- Impfung ist Pflicht für alle Ausstellungstiere. Alle Schutzimpfungen müssen von einem Tierarzt vorgenommen werden.

1.7 Haltungskontrolle
Das Zuchtbuchamt des HKV e.V. ist berechtigt, sich persönlich oder durch zwei von ihm beauftragte Personen von der artgerechten Haltung der Tiere zu überzeugen. Werden Verstöße gegen die bestehenden Haltungsrichtlinien festgestellt, wird nach 1.9. verfahren.

1.8 Haltungsstatistik
Jedes Mitglied ist verpflichtet, jede im Haus lebende Zuchtkatze bzw. -Kater dem HKV e.V. zu melden.

1.9 Zuwiderhandlungen
Bei Bekannt werden eines Verstoßes gegen die bestehenden Haltungsrichtlinien in einem oder mehreren Fällen wird, sofern in den Haltungsrichtlinien nichts anderes gesagt, wie folgt verfahren: An das betreffende Mitglied ergeht seitens des Zuchtbuchamtes des HKV e.V. die Aufforderung zur schriftlichen Stellungnahme binnen einer Frist von 14 Tagen. Lässt das Mitglied die gesetzte Frist schuldhaft verstreichen oder liefert es keine ausreichende Begründung für sein Verhalten, spricht das Zuchtbuchamt einen Verweis aus. Im Rahmen dieses Verweises ergeht die schriftliche Aufforderung, zur Abänderung des Missstandes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, an das Mitglied. Die Beweispflicht liegt beim Mitglied. Ungeachtet dessen, behält sich das Zuchtbuchamt das Recht vor, sich vor Ort persönlich oder durch zwei von ihm beauftragte Personen von der Umsetzung dieser Weisung zu überzeugen. Bei Zuwiderhandlung oder nochmaligem Verstoß gegen die Haltungsrichtlinien, erfolgt der Ausschluss aus dem Verband. Dem Vorstand des HKV e.V. obliegt das Recht, gegebenenfalls Strafanzeige zu erstatten.

2.0 Zuchtrichtlinien
Züchter ist, wer eine in seinem Besitz befindliche Katze decken lässt bzw. die Mutterkatze eines Wurfes am Tage der Geburt der Jungtiere besitzt. Die Züchter dürfen die Zucht nur als Hobby und nicht zum Gelderwerb betreiben.

2.1 Zwingername
Jeder Züchter des HKV e.V. ist verpflichtet, einen Zwingernamen zu beantragen. Bei der Beantragung sind mehrere Namen zur Auswahl anzugeben. Der Antrag ist beim Zuchtbuchamt des HKV zu stellen. Die Eintragung des Zwingernamen erfolgt nach Überprüfung. Der dann zu führende Zwingername wird dem Mitglied vom Verband in der Zwingerschutz-Urkunde bestätigt.

Alle im Zwinger eines Züchters geborenen Jungtiere erhalten zum Vornamen diesen Zwingernamen. Dieser kann dem Vornamen voran-oder nachgestellt werden. Eine einmal gewählte Regelung muss beibehalten werden. Vorname und Zwingername samt allen Satzzeichen und Leerstellen dürfen 40 Stellen nicht überschreiten. Eingetragene Zwingernamen sind nicht als Vornamen zulässig.

Jeder Züchter hat nur Anspruch auf einen einzigen Zwingernamen. Die Bildung von Zuchtgemeinschaften kann beantragt werden. Bei der Beantragung des Zwingernamens ist eine Hauptadresse anzugeben, die zugleich als Züchteradresse fungiert. Bei der Trennung der Zuchtpartner ist dem Zuchtbuchamt unverzüglich mitzuteilen, wer den Zwingernamen übernimmt.

Zwingernamen anderer Vereine/Verbände können bei Eintritt in den HKV e.V. übernommen werden, sofern derselbe Name noch nicht für ein anderes Mitglied registriert wurde und keine anderen Gründe dagegen sprechen. Hierüber entscheidet das Zuchtbuchamt. Die Beantragung eines zusätzlichen Zwingernamens in einem anderen Verein/ Verband ist nicht erlaubt.

2.2 Zulassungen zur Zucht
Zuchttiere beiderlei Geschlechts müssen vor der ersten Verpaarung zuchttauglich geschrieben sein.
Von Katern, die vor Vollendung des 9. Lebensmonates die Geschlechtsreife erlangen, muss eine Bescheinigung vom Tierarzt vorgelegt werden die bescheinigt, dass die Katze/Kater frei von Krankheiten und genetischen Fehlern ist, körperlich sowie gesundheitlich zur Zucht eingesetzt werden kann.
Weibliche Tiere dürfen erst mit vollendetem 10. Lebensmonat zum ersten Mal gedeckt werden. In Ausnahmefällen (z.B. Dauer-Rolligkeit) kann das Zuchtbuchamt bei Einreichen eines tierärztlichen Gesundheitsattestes die Deckung gestatten.

2.3 Verpaarungsbestimmungen
Mit Annahmen zur Deckung erklären Kater- und Katzenhalter, dass alle Tiere frei sind von ansteckenden Krankheiten u/o Parasiten.

Beide Tiere sollten eine gültige Impfung gegen Katzenseuche haben, die unter Vorlage des Impfpasses nachzuweisen ist. Weitere Impfungen gegen Katzenschnupfen und Tollwut werden von Vereinsseite angeraten und können von jedem Kater- und Katzenhalter ebenso verlangt werden.

Es ist Deckkaterhaltern untersagt, Katzen zur Deckung anzunehmen, deren Besitzer in keinerlei Zuchtverband/Verein Mitglied ist, um die ungezielte Vermehrung der Katzen zu vermeiden.

Der Besitzer der Katze erhält die Deckbescheinigung, Nachweis über eine Vereinsmitgliedschaft des Katerhalters, Kopie des Katerstammbaumes und gegebenenfalls Nachweise erfolgter Gen-Tests / Gesundheitsbescheinigungen. In anderen Vereinen/Verbänden zur Zucht registrierte Deckkater sind zugelassen. Es ist darauf zu achten, dass die Katze nur einem Deckkater zugeführt wird, um eine Mehrvaterschaft zu vermeiden.
Jungtiere aus einer versehentlichen Doppeldeckung (2 Väter innerhalb eines Wurfes) erhalten keine Stammbäume. Eine gedeckte Katze darf frühestens 4 Wochen nach Deckung mit einem anderen Kater zusammenkommen. Dies gilt auch, wenn eine Zuchtkatze entlaufen war.

Jede Katze darf im Jahr nur 2 Würfe haben und aufziehen. Bei mehr als 2 Würfen muss es der Zuchtbuchstelle trotzdem gemeldet werden, der Vorstand wird dann darüber entscheiden. Zwischen zwei Wurfterminen sollten sechs Monate liegen, um eine ausreichende Erholungsphase zu sichern.
Generell gilt: Die Zucht von weißen Katzen ist unabhängig von der Augenfarbe nur dann zugelassen, wenn zweifelsfrei feststeht, dass die weißen und/oder vorwiegend weißen Elterntiere auf beiden Ohren hörend sind. Dies ist durch einen AUDIOMETRIETEST bei einem anerkannten und befugten Tierarzt nachzuweisen. Ausgenommen sind Türkisch Van Katzen.
Hierzu gehört bindend, dass auch ein Chip bei den Elterntieren gesetzt ist und die Chipnummer auf der Wurfmeldung mit angegeben ist.
Eine Liste der derzeit autorisierten Ärzte wird auf Wunsch von der Zuchtbuchstelle ausgehändigt. Für weiße Katzen, die zur Zucht eingesetzt werden, muss vor Zuchteinsatz ein Chip gesetzt sein und der Negativnachweis des OPHTHALMOLOGIETESTS beim Zuchtbuchamt einreichen.

Verbotene Verpaarungen sind:
- in allen Rassen der Farbschlag weiß x weiß
- Fold x Fold
- Selkirk x Fold

2.4 Deckmeldungen
Alle Kater-bzw. Katzenhalter sind verpflichtet, innerhalb einer Woche nach erfolgter „Fremd-Deckung“ den Vordruck aus den Vereinsformularen "Deckmeldung" dem Zuchtbuchamt zuzuleiten.

2.5 Stammbäume
Lediglich Mitglieder des Huder Katzenverein e.V. können Stammbäume beantragen. Es müssen alle in einem Wurf geborenen Jungtiere registriert werden. Für jedes Jungtier wird ein über 4 Ahnengenerationen reichender Stammbaum oder auf Wunsch des Züchters ein Abstammungsnachweis für Liebhabertiere erstellt. Für jedes im Zwinger geborene Kitten ist ein Stammbaum/Abstammungsnachweis zu beantragen, unabhängig davon, ob das Kitten an Liebhaber oder Züchter abgegeben wird. Erhält das Zuchtbuchamt Kenntnis davon, dass Kitten ohne Papiere abgegeben werden, erfolgt der sofortige Ausschluss aus dem Verein.

Stammbäume sind innerhalb von 10 Wochen nach der Geburt von Kitten mit der Wurfmeldung beim Zuchtbuchamt zu beantragen. Mit der verfügbaren Wurfankündigung können z.B. Züchter von Maskenkatzen, die Beantragungsfrist der Stammbäume auf maximal 16 Wochen verlängern.
Bitte beachten Sie, dass mit einer Regelbearbeitungszeit der Stammbäume von ca 4-8 Wochen zu rechnen ist.

Bei Beantragung sind einzureichen:
1. "Deckbescheinigung" (nur bei Fremddeckung durch einen Zwingerfremden Kater)
2. "Wurfmeldung Stammbaumantrag Kitten" mit Angabe der vollständigen Wurfgröße, Farbe, Namen, Rasse, Eltern und Züchterdaten.
3. Fotokopien beider Elternstammbäume, soweit diese im Zuchtbuchamt noch nicht registriert sind.
4. Nachweise der Zuchttauglichkeits- Bescheinigung, sofern es sich um einen erstmaligen Wurf / eine Erstmalige Deckung handelt und dieser Nachweis noch nicht registriert wurde.
5. Stammbäume der Elterntiere werden so übernommen, wie sie dem Zuchtbuchamt vorliegen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, Titel der Eltern und anderer Ahnen zu ändern, sofern diese auf den mitzuschickenden Fotokopien der Elternstammbaumkopien ausdrücklich vermerkt und nachgewiesen werden. Das Zuchtbuchamt wird diese Titel nicht automatisch übernehmen. Wünscht ein Züchter nach Erhalt der Ahnentafel nachträglich eine Titeländerung, so gilt diese Änderung als eine Stammbaum-Neu-Erstellung.

2.6 Wurfabnahme
Die Abnahme wird von einem Tierarzt durchgeführt. Für jeden abgenommenen Wurf soll die Wurfgröße und der Gesundheitszustand des Wurfes bescheinigt werden.

2.7 Umschreibungen und sonstige Registrierungen
Jeder Züchter ist verpflichtet, die Stammbäume von/aus anderen Vereinen erworbenen Katzen registrieren zu lassen, spätestens dann, wenn diese zur Zucht eingesetzt werden sollen. Hält die Registrierung einer genetischen Überprüfung nicht stand, darf das Tier nur mit Zustimmung des Zuchtamtes zur Zucht verwendet werden. Registrierte Zuchttiere, die aus der Zucht ausscheiden, sind zwecks Streichung in der Katzenkartei des HKV e.V. dem Zuchtbuchamt zu melden. Eigenmächtige Änderungen in Stammbäumen sind unzulässig und machen den Stammbaum als Dokument wertlos. Von dieser Regel ausgenommen sind auf Ausstellungen erworbene Zertifikate, die am Fuß des Stammbaumes eingetragen werden können. Bewertungen für den Erhalt des Titels sind unter Einsendung der fotokopierten Urkunde und des dazugehörigen Richterberichtes dem Zuchtbuchamt zu melden. Für erworbene Titel können Urkunden beantragt werden. Farbänderungen in bereits ausgestellten Stammbäumen können nach einer Richterbewertung auf einer Ausstellung mit Gegenzeichnung eines zweiten Richters oder außerhalb von Ausstellungen durch einen vom Zuchtbuchamt benannten Richter erfolgen. Für die Umschreibung der Farbe muss eine Stammbaumänderung beantragt werden. Gleiches gilt für Namens u/o Geschlechtsänderungen. Fehlerhafte Angaben bei der Beantragung von Stammbäumen können jederzeit auf Antrag geändert werden, wobei der Originalstammbaum dem Zuchtbuchamt zeitgleich zum Antrag vorliegen muss.

2.8 Abgabe von Tieren
Jedes Abgabetier muss gesund und Parasitenfrei sein. Beim Verkauf oder der Abgabe eines Tieres sind dem neuen Besitzer der Stammbaum und der Impfpass auszuhändigen, sobald der volle Kaufpreis bezahlt wurde. Es wird angeraten, Tiere nur mit Kauf- / Abgabevertrag abzugeben. Darüber hinaus ist der Züchter verpflichtet, für jedes von Ihm abgegebene Tier folgende Angaben für sich zu registrieren: Name, Geburtsdatum, Rasse des Tieres, Name und Anschrift des neuen Besitzers. Es ist verboten, Tiere an Zoohandlungen, Warenhäuser, Tierhändler, Pelztierfarmen und Versuchsanstalten abzugeben, Zuwiderhandlung zieht den sofortigen Ausschluss aus dem Verband nach sich. Jungtiere dürfen frühestens nach Vollendung der 12. Lebenswoche abgegeben werden. Sie sollten zum Zeitpunkt der Abgabe eine vollständige Impfung gegen Katzenseuche / Katzenschnupfen haben. Bei der Abgabe eines Tieres ist der neue Besitzer genauestens über die Ernährungsgewohnheiten des betreffenden Tieres zu informieren.

2.9 Zuchtbeschränkungen
Von der Zucht ausgeschlossen sind Katzen mit Wesensmängeln, Spaltnasen, Rachen-und Gaumenspalten, Taubheit, Blindheit, Schielen, Kryptorchismus ( Unfähigkeit der Hoden durch den Leistenkanal in den Hodensack zu gelangen ), Monorchismus ( Einhodigkeit), Polydaktylie ( Vielzehigkeit ), Fehlern an der Schwanzwirbelsäule ( Knick, Knoten u.ä. ), Schiefstellung der Kiefer und anderen genetischen Fehlern. Bei wissentlicher Verpaarung von Tieren mit o.g. Fehlern, erfolgt der Ausschluss aus dem Verband. Das Zuchtbuchamt rät allen Züchtern, bei Katzenrassen, die von vornherein aus genetischen Anomalien heraus gezüchtet wurden, (z.B. der tödliche Letalfaktor bei der Manx) und Linien, in denen vermehrt Unregelmäßigkeiten auftreten, wie z.B. Totgeburten, Kaiserschnitte, offene Bäuche u.s.w. auf eine Weiterzucht zu verzichten. Die Verantwortung liegt beim Züchter. Ist einer der vorgenannten Fehler vor der Wurfmeldung erkennbar, so ist ein entsprechender Vermerk durch die Zuchtbuchstelle auf der Ahnentafel vorzunehmen.

2.10 Verwandtenverpaarungen
Die Paarung zwischen Vollgeschwistern ist vor der Deckung beim Zuchtbuchamt zu beantragen, unter Beifügung der fotokopierten Stammbäume der Paarungspartner und Angabe des jeweiligen Zuchtzieles. Für Jungtiere aus einer solchen Verpaarung müssen tierärztliche Gutachten beigebracht werden. Paarungen von Halbgeschwistern, Eltern und Kindern sind erlaubt. Diese Regelung gilt auch bei einer Paarung von Partnern, in deren Ahnenreihe nur 9 oder weniger verschiedene Ahnen in drei aufeinander folgenden Generationen vorhanden sind. Zu zählen sind hier die Paarungspartner selbst, deren Eltern und Großeltern.

2.11 Rassekreuzungen
Rassekreuzungen sind in der Regel verboten. Sie werden nur dann vom Zuchtbuchamt genehmigt, wenn sie einem gut durchdachten und geplanten Zuchtziel dienen. Ein Antrag hierfür ist unter Darlegung des Zuchtzieles an das Zuchtbuchamt zu stellen. Die Zuordnung der aus einer genehmigten Rassekreuzung gefallenen Jungtiere kann auf jeder internationalen Ausstellung erfolgen. Voraussetzung hierfür ist die Bewertung der Katze mit "vorzüglich" in ihrer Rasse oder einer ausgeführten Rassebestimmung.

Folgende Rassen (siehe Tabelle) dürfen ohne vorherige Genehmigung miteinander verpaart werden.

Perser x Exotic-Shorthair x Colourpoint

Verpaarung erlaubt

Jungtiere mit langem Fell werden als Perser und mit kurzem Fell als Exotic-Shorthair eingetragen.

Britisch Kurzhaar x Britisch Langhaar (Highlander) (auch Colourpoint)

Verpaarung erlaubt

Jungtiere mit kurzem Fell werden als Britisch Kurzhaar und mit langem Fell als Britisch Langhaar (Highlander) eingetragen.

Scottish Fold, Highland Fold x Highland Straight, Britisch Lang- und Kurzhaar

Verpaarung erlaubt

Faltohrige Jungtiere werden als Scottish Fold bzw. Highland Fold und Gradohrige als Scottish Straight bzw. Highland Straight im RIEX eingetragen.

Selkirk Rex x Perser, Exotic Shorthair, Britisch Kurz- und Langhaar

Verpaarung erlaubt bis Ende 2015

Gelockte Jungtiere werden als Selkirk Rex Langhaar bzw. als Selkirk Rex Kurzhaar im RIEX eingetragen.

Glatthaarige Jungtiere werden mit dem Zusatz Selkirk Straight Langhaar bzw. dem Zusatz Selkirk Straight Kurzhaar im RIEX eingetragen.

Sibirische Waldkatze x Neva Masquarade

Verpaarung erlaubt

Jungtiere mit Maskenzeichnung werden als Neva Masquarade eingetragen.

Siam, Orientalisch Kurzhaar x Balinese, Mandarin, Javanese

Verpaarung erlaubt

Jungtiere werden als Siam, Orientalisch Kurzhaar Variant in das Zuchtbuch eingetragen.

Diese sind zur Zucht für Balinese, Javanese und Mandarin einzusetzen.

Abessiner x Somali

Verpaarung erlaubt

Jungtiere werden als Abessinier Variant in das Zuchtbuch eingetragen.

Diese sind nur zur Zucht für Somali einzusetzen.


2.12 Zucht neuer Rassen

Die Zucht neuer Rassen und Farben ist unter genauer Darlegung des Zuchtzieles und des geplanten Zuchtweges schriftlich beim Zuchtbuchamt des HKV e.V. zu beantragen. Die Anerkennung neuer Rassen und Farben richtet sich nach den gültigen nationalen Regeln.


2.13 Ergänzungen

Zucht- und Haltungsfragen, die in der vorliegenden Richtlinie nicht, oder nicht mehr zeitgemäß,

geregelt sind, werden im Bedarfsfall per Vorstands-Beschluss geregelt bzw. entschieden. Vorliegende

Fälle/Sachverhalte werden vom zuständigen Zuchtbuchamt in der nächstmöglichen Vorstandssitzung besprochen und zur Entscheidung gebracht. Für Entscheidungen, werden unter Anderem vorliegende Richtlinien der Welt-Dachverbände zu Rate genommen. Der Vorstand entscheidet auch, ob der Sachverhalt in die Richtlinie aufgenommen wird und veranlasst ggf. eine Änderung. Änderungen der Richtlinie treten in Kraft, wenn eine Änderungsmitteilung an die Mitglieder erfolgt ist. Dies kann per Brief, Mail oder Veröffentlichung

auf der Vereinshomepage erfolgen.


Die vorliegenden Zucht- und Haltungsrichtlinien treten ab 07/2012 in Kraft.

Vorstand des Huder Katzenverein e.V.